
Triumph Spitfire – Die britische Legende auf vier Rädern
Einleitung
Der Triumph Spitfire gehört zu den charmantesten und beliebtesten britischen Roadstern aller Zeiten. Produziert von Standard-Triumph (später British Leyland) zwischen 1962 und 1980, verkörpert der Spitfire alles, was klassische britische Sportwagen ausmacht: leichtes Gewicht, offene Bauweise, puristisches Design und ein direkter Fahrspaß, der bis heute Liebhaber begeistert.
Die Entstehungsgeschichte
Anfang der 1960er-Jahre erkannte Triumph die wachsende Nachfrage nach kompakten, erschwinglichen Sportwagen – vor allem durch den Erfolg des Austin-Healey Sprite und MG Midget. Man wollte ein konkurrenzfähiges Modell anbieten, das günstiger als der Triumph TR4, aber attraktiver und sportlicher als die MG-Konkurrenz war.
Das Design des Spitfire stammt von Giovanni Michelotti, einem der bedeutendsten italienischen Automobildesigner seiner Zeit. Als Basis diente das Fahrgestell des Triumph Herald, was die Entwicklungskosten niedrig hielt. Die Präsentation erfolgte 1962 auf der London Motor Show – der Triumph Spitfire war geboren.
Technik und Aufbau
Der Triumph Spitfire war ein klassischer Roadster mit Heckantrieb, zweitürig und mit Stoffverdeck. Das Konzept war einfach, aber clever:
Motor: 1,1 – 1,5 Liter Reihenvierzylinder (je nach Modell)
Leistung: zwischen 63 und 75 PS
Getriebe: 4-Gang-Schaltgetriebe, optional Overdrive
Fahrwerk: Einzelradaufhängung rundum, hinten Schwingachsen (später überarbeitet)
Gewicht: rund 700 kg – extrem leicht!
Höchstgeschwindigkeit: ca. 150–165 km/h (je nach Version)
Dank seines geringen Gewichts und der niedrigen Sitzposition vermittelte der Spitfire das typische Go-Kart-Gefühl, das viele klassische Roadster auszeichnet.
Modellentwicklung – Die fünf Generationen
Im Laufe von fast 20 Produktionsjahren wurde der Spitfire kontinuierlich weiterentwickelt.
Spitfire 4 (Mk I, 1962–1964)
1,147 cm³ Motor, 63 PS
Leichte Karosserie, Klappmotorhaube über die gesamte Front
Puristisches Cockpit ohne Schnickschnack
Spitfire Mk II (1965–1967)
Verbesserte Innenausstattung und leicht höherer Komfort
Motor auf 67 PS gesteigert
Spitfire Mk III (1967–1970)
Größerer 1,296 cm³ Motor
Überarbeitete Stoßstangen, eleganteres Design
Neue Armaturen und verbessertes Verdeck
Spitfire Mk IV (1970–1974)
Komplettes Facelift mit modernerem Heckdesign
Neue Hinterachse, um das Übersteuern zu reduzieren
63 PS Leistung – solider Allrounder
Spitfire 1500 (1974–1980)
Größter Motor der Serie: 1,493 cm³, 71 PS
Höchster Fahrkomfort, verbesserte Bremsen und Innenraum
Letzte Serie vor Produktionsende 1980
Design und Charakter
Der Triumph Spitfire ist ein Meisterwerk klassischer Proportionen: lange Motorhaube, kurzes Heck, tiefer Schwerpunkt. Besonders markant war die nach vorne aufklappende Frontpartie, die Wartungsarbeiten am Motor erleichterte und dem Wagen ein einzigartiges Erscheinungsbild verlieh.
Im Innenraum ging es eng, aber stilvoll zu – Holzarmaturen, sportliches Dreispeichenlenkrad und ein minimalistisches Layout machten den Spitfire zu einem echten Fahrerauto.
Fahrverhalten und Alltagstauglichkeit
Der Spitfire war kein Auto für extreme Leistung, aber für reinen Fahrspaß. Durch sein geringes Gewicht und das direkt ansprechende Fahrwerk bot er auf kurvigen Landstraßen ein agiles, lebendiges Fahrgefühl. Kritisch war anfangs die Heckschwingachse, die bei schneller Fahrt zu Übersteuern neigte – ein Problem, das Triumph in späteren Modellen durch technische Anpassungen weitgehend löste.
Für den Alltag war der Spitfire ausreichend robust, auch wenn Rost und englische Elektrik (Lucas lässt grüßen) seine Achillesferse waren. Dennoch: Wer ihn pflegte, bekam ein zuverlässiges und emotionales Auto.
Erfolge und Motorsportgeschichte
Der Spitfire wurde auch im Motorsport eingesetzt – insbesondere im Rundstrecken- und Rallyesport. Besonders erfolgreich war der Einsatz bei den 24 Stunden von Le Mans in den 1960er-Jahren, wo der Spitfire in seiner Klasse mehrfach vordere Plätze belegte.
Der Triumph Spitfire heute
Heute ist der Spitfire ein beliebter Klassiker – erschwinglich, gut restaurierbar und mit hervorragender Teileversorgung. Besonders gefragt sind die Mk III und 1500-Modelle, da sie eine gute Mischung aus klassischem Stil und verbesserter Technik bieten.
Preis (Stand 2025):
Restaurierungsobjekte: ab ca. 5.000 €
Gut erhaltene Fahrzeuge: 12.000 – 18.000 €
Top-restaurierte Exemplare: bis 25.000 € und mehr
Fazit
Der Triumph Spitfire ist mehr als nur ein klassischer Roadster – er ist ein Symbol für eine Ära, in der Autofahren noch pures, analoges Erlebnis war. Mit seinem charmanten Design, seiner handlichen Größe und dem unnachahmlichen britischen Charakter bleibt er einer der sympathischsten Oldtimer, die man besitzen kann.
Ob als Wochenendspielzeug, Sammlerobjekt oder Restaurationsprojekt – der Spitfire bietet Fahrfreude in ihrer ursprünglichsten Form.
Triumph GT6 – Der kleine Gran Turismo mit großem Herz

Einleitung
Der Triumph GT6 ist einer jener britischen Klassiker, die heute als Geheimtipp unter Oldtimerfreunden gelten. Zwischen 1966 und 1973 gebaut, vereinte der kompakte Sportwagen das elegante Coupé-Design italienischer Prägung mit der Technik und Dynamik des Triumph Spitfire – allerdings mit einem kräftigen Sechszylinder-Motor unter der Haube.
Er war Triumphs Antwort auf Modelle wie den MGB GT, doch mit deutlich mehr Leistung, Charakter und Klang.
Entstehungsgeschichte
Die Geschichte des GT6 begann mit einem Experiment. Triumph hatte den Spitfire bereits als erfolgreichen Roadster im Programm und wollte eine geschlossene Coupé-Variante entwickeln.
Der italienische Stardesigner Giovanni Michelotti, der bereits den Spitfire gezeichnet hatte, entwarf eine elegante, aerodynamische Fastback-Karosserie. Das ursprüngliche Konzept wurde zunächst als Prototyp für den Le-Mans-Einsatz getestet.
Während die Rennerfolge begrenzt blieben, überzeugte das Design – und Triumph entschloss sich, das Auto in Serie zu bauen. Um den Nachteil des höheren Gewichts gegenüber dem Spitfire auszugleichen, erhielt der neue Coupé den 2,0-Liter-Sechszylindermotor aus der Triumph Vitesse-Limousine.
So entstand 1966 der Triumph GT6 Mk I.
Technik und Aufbau
Der Triumph GT6 war technisch eng mit dem Spitfire verwandt, aber hochwertiger ausgelegt.
Technische Daten (GT6 Mk III, 1973):
Motor: 1.998 cm³ Reihensechszylinder
Leistung: 104 PS bei 5.000 U/min
Drehmoment: 146 Nm
Getriebe: 4-Gang-Schaltgetriebe, optional mit Overdrive
Antrieb: Heckantrieb
Fahrwerk: Einzelradaufhängung rundum, hinten Schwingachse (später verbessert)
Leergewicht: ca. 880 kg
Höchstgeschwindigkeit: rund 185 km/h
Beschleunigung 0–100 km/h: ca. 10 Sekunden
Mit diesen Werten war der GT6 schneller als sein Konkurrent MGB GT – und bot durch seinen Reihensechszylinder eine deutlich kultiviertere Laufkultur.
Design – Italienische Eleganz auf britischem Stahl
Michelottis Coupé-Form gilt bis heute als eine der schönsten Linien, die je auf ein kompaktes Sportwagenchassis gezeichnet wurden.
Die lange Motorhaube, die fließende Dachlinie und das kurze Heck gaben dem GT6 das Aussehen eines „Mini-E-Type Jaguar“ – ein Vergleich, der häufig und durchaus schmeichelhaft gezogen wird.
Im Innenraum dominieren Holzfurniere, Rundinstrumente und ein sportlich enger Fahrerraum. Der GT6 bot sogar einen kleinen Kofferraum – für ein Wochenende zu zweit völlig ausreichend.
Fahrverhalten und Charakter
Der GT6 war kein Leichtfuß wie der Spitfire, sondern ein echter Gran Turismo im Kleinformat: stark, laufruhig, langstreckentauglich.
Die frühe Version (Mk I) litt allerdings unter heftigem Übersteuern, verursacht durch die einfache Schwingachse hinten. Erst ab dem GT6 Mk II (ab 1968) erhielt das Modell eine verbesserte Hinterachse, die das Fahrverhalten deutlich berechenbarer machte.
Der seidige Reihensechszylinder verlieh dem Wagen eine Souveränität, die man bei Autos dieser Größe selten findet. Zusammen mit dem tiefen Sound sorgte das für ein Fahrerlebnis, das sich deutlich von den kleineren Vierzylindern der Konkurrenz abhob.
Die Modellgenerationen
GT6 Mk I (1966–1968)
Erste Version mit 95 PS
Basis: Spitfire Mk II
Kritik an instabilem Fahrverhalten, aber sehr sportlicher Auftritt
GT6 Mk II („GT6+“ in den USA, 1968–1970)
Überarbeitete Hinterradaufhängung vom Triumph Vitesse
Motor auf 104 PS gesteigert
Deutlich besseres Handling
GT6 Mk III (1970–1973)
Neues, kantigeres Design (angepasst an Spitfire Mk IV)
Modernisierte Innenausstattung
Aerodynamisch verbessert, sportlicherer Auftritt
Mit dem Mk III erreichte die GT6-Reihe ihren Höhepunkt – und gleichzeitig ihr Ende: Die Ölkrise, strengere Abgasnormen und interne Umstrukturierungen bei British Leyland führten 1973 zur Einstellung der Produktion.
Erfolge und Motorsport
Auch im Motorsport zeigte der GT6 sein Potenzial.
Private Teams setzten ihn bei Langstreckenrennen wie den 24 Stunden von Le Mans und Sebring ein. Zwar blieb er meist in seiner Klasse, aber seine Zuverlässigkeit und hohe Endgeschwindigkeit machten ihn zu einem respektierten Gegner.
Der GT6 heute – Wert, Restaurierung und Sammlerstatus
Der Triumph GT6 ist heute ein gefragter, aber immer noch unterbewerteter Klassiker. Seine Kombination aus elegantem Coupé-Design, Sechszylinder-Motor und klassischer britischer Technik bietet ein Fahrerlebnis, das kaum ein anderes Auto dieser Preisklasse liefert.
Marktwerte (Stand 2025):
Restaurierungsobjekte: ab 7.000 €
Gute, fahrbereite Exemplare: 15.000–22.000 €
Vollrestaurierte Fahrzeuge: bis 30.000 € und mehr
Die Ersatzteillage ist dank der engen Verwandtschaft mit Spitfire und Vitesse exzellent, was den GT6 auch für Einsteiger in die klassische Triumph-Welt interessant macht.
Fazit
Der Triumph GT6 ist ein Juwel der britischen Automobilgeschichte – kompakt, elegant und charakterstark. Er vereint den puristischen Charme eines Spitfire mit der Reife und Kraft eines echten Gran Turismo.
Sein Sechszylinder-Motor, das unverwechselbare Design und die charmant-analoge Fahrweise machen ihn heute zu einem der faszinierendsten Klassiker seiner Zeit.
Kurz gesagt:
Der Triumph GT6 ist der „kleine Jaguar E-Type für den Alltag“ – mit großem Charakter und einem Klang, der Herzen höher schlagen lässt.



