Das diesjährige Treffen der süddeutschen TR-Gruppen fand in diesem Jahr in Nürnberg statt (Kerntage 25.27.07.2025). Hier ist ein Bericht aus der Perspektive des Orga-Teams. Was einmal ein Viergruppentreffenwar (TR-Gruppen Frankfurt, Nordbaden, München, Nürnberg) war zum ersten Mal als Fünfgruppentreffen ausgeschrieben, da sich die neu formierte Gruppe Schwaben angeschlossen hatte. Zwar war noch keiner aus dieser Gruppe dabei – wohl wegen der relativ kurzfristigen Bekanntgabe – aber das wird schon! Jedenfalls haben sich insgesamt 25 TRs von extern und 15 „Interne“ aus Nürnberg an diesem Treffen beteiligt, insgesamt etwas über 70 Personen.
Einige Teilnehmer sind bereits am Donnerstag (24.07.) angereist und/ oder am Montag (28.07.) abgereist, worüber wir uns sehr gefreut haben. Selten gesehenes Fahrzeug war der von den Clubfreunden Norbert und Karin Jäkle aus der Frankfurter Gruppe an den Start gebrachte Triumph 2000 Roadster von 1948 im 1A-Zustand. Besucher neben den Frankfurtern, Nordbadenern und Münchenern waren Babsi Weber mit Hund Boo aus der Hannoveraner Gruppe (Witwe des Clubgründers und langjährigen Präsidenten Bernd Hagemeier) sowie Thomas Asmus (Präsident 2014 bis 2021) mit seiner Frau Bine Hoyndorf

Die Nürnberger hatten das Treffen bewusst mitten in die Stadt Nürnberg gelegt, mit Hotels direkt am Hauptmarkt, den man als Schauplatz des jährlichen Christkindlesmarkt kennt. Grundidee war, dass die Stadt als ehemalige Reichsstadt des Heiligen Römischen Reiches, als Stadt Albrecht Dürers, als Startpunkt der ersten (Dampf-) Eisenbahn auf deutschem Boden, aber auch als Stadt der NSDAP-Reichsparteitage und der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse sehr viel zu bieten hat: eine lange und ereignisreiche (wenn auch nicht immer glorreiche) Geschichte, sehenswerte Museen und Gedenkstätten, eine schöne Umgebung (z.B. die Fränkische Schweiz).
Das Programm sah am Freitag (für die „Frühangereisten“) sowie am Samstagvormittag eine Reihe von Museen in Nürnberg sowie eine Stadtführung vor. Für Freitag waren auch mehrere Tagestouren unter schiedlicher Länge zur Auswahl angeboten:
– im Westen nach Rothenburg ob der Tauber
– im Norden nach Bamberg
– im Südwesten nach Regensburg
– sowie eine Rundtour durch die Fränkische Schweiz.
Diese und alle anderen Aus- und Überführungsfahrten waren in einem Roadbook beschrieben und um touristische Hinweise ergänzt.

Die offizielle Begrüßung für alle fand am Freitagabend im fränkischen Traditionsrestaurant „Zur Schranke“ am Fuße der Kaiserburg statt – mit allen kulinarischen Genüssen, die Franken zu bieten hat: Radi (Rettich), Stadt- und Bratwürste, Schäufele (Schweineschulter), Kartoffelklöße, Blaukraut, … Das ganze Wochenende hatte für Vegetarier nicht sooo viel zu bieten – pardon Sonja!
Am Samstagvormittag standen verschiedene Museen und – speziell für unsere Gruppe – eine Stadtführung durch Nürnberg zur Wahl.
Besonderes Highlight war sicher die Tour zum Zeppelinfeld/ Reichsparteitagsgelände/ Norisring unter der Führung von Wolfgang Then, die von der Mehrheit der Teilnehmer gewählt wurde. Rund um die alte Zeppelintribüne, die als Rednertribüne des „Führers“ aus zahlreichen Filmaufnahmen bekannt ist, wird alljährlich der sogenannte Norisring als temporäre Rennstrecke aufgebaut. Die TR-Gruppe hat zunächst die
Strecke (2,1 km) zu Fuß erkundet – wie sich das gehört. Dann passten die TRs aufgrund der geringen Breite durch die Absperrung der Start-/
Zielgeraden und konnten in den noch vorhandenen Startboxen zwischen Sicherheitszaun und Leitplanke – der diesjährige DTM-Lauf auf dem Norisring war ja gerade erst drei Wochen her – aufgestellt sowie von der Zeppelintribüne aus bewundert werden – nach anfänglicher Irritation sogar mit wohlwollendem Segen der herbeigeeilten Polizei. Wolfgang Then, der beruflich in das Projekt eingebunden ist, erläuterte
die gerade laufenden Sanierungsmaßnahmen der inzwischen ziemlich baufälligen Zeppelintribüne (war nix mit 1.000 Jahren), für die rund 80
Millionen Euro veranschlagt sind.
Die Gruppe fuhr dann zur ca. 1 km entfernten Kongresshalle – ein als gigantischer Hallenbau geplanter, nie fertig gewordener Versammlungs
Koloss für den „Führer“. Den Abschluss bildete ein Abstecher zum Drive-In-Schalter eines bekannten regionalen Brezn-Herstellers – natürlich in Formation: Die Dame am Schalter musste nach unserem Überfall vermutlich zum Lungenfunktionstest.
Gut gestärkt ging‘s dann zum nächsten Programmpunkt, nämlich:
Am Samstagnachmittag kamen alle Teilnehmer wieder zusammen bei der Automobilsammlung Dauphin Speed Event in Hersbruck bei Nürnberg, die nur mit vorheriger Anmeldung zu besuchen ist. Friedrich-Wilhelm Dauphin hatte 1968 die gleichnamige, sehr erfolgreiche
Fabrik für Büro- und Arbeitsstühle gegründet und als Oldtimer-Enthusiast eine außerordentlich sehenswerte Automobilsammlung zusammengetragen: heute über 140 historische Automobile und 210 Motorräder, die meisten ganz spezielle Exemplare ragendem, häufig fahrbereitem Zustand. Unser Guide Fred Seip vom Verein der Oldtimerfreunde Hersbruck e.V. erwies sich als wandelndes Lexikon der Automobiltechnik und kannte zu jedem Exponat nicht nur die Markenhistorie, sondern auch die individuelle Geschichte dieses besonderen Exemplars. Wir hätten ihm noch mehrere Stunden, wenn nicht Tage zuhören können – wenn es das Programm denn zugelassen hätte.
Für den Rest des Nachmittags waren eigentlich zwei Touren unterschiedliche Länge zum Abendessen im Berghof in Alfeld vorgesehen: einmal eine Rundtour durch die Hersbrucker Schweiz und einmal über die ehemalige Happurger Bergrennstrecke und die Stadt Lauf.
Leider wurde dies – wie auch später die Rückfahrt nach Nürnberg – durch das zunehmend üble Wetter mit Starkregen be- und verhindert: Die meisten zogen verständlicherweise ein gemütliches Beisammensein in einem trockenen Café vor, bevor sie nach Alfeld kamen – oder sie blieben dem Abendessen gleich ganz fern, was uns einige Probleme mit dem Wirt bescherte.
Die anderen kamen in den Genuss eines angenehmen Abends unter Freunden und eines vorzüglichen Essens. Sehr schön: Mit dabei waren
der Gründer der Nürnberger TR-Gruppe Max Erlenbach und die langjährige Gruppenleiterin Gerti Beißer, an die sich viele als Chef-Organisatorin eines früheren Viergruppentreffens sowie gleich zweier (!) Deutschland treffen (2004, 2009) erinnern werden.
Am Sonntag ging es dann in die historische Hopfen- und Bierstadt Spalt im Fränkischen Seenland im Süden von Nürnberg. Dort wurden
alternativ die Stadtbrauerei Spalt oder das Hopfenmuseum besichtigt – mit anschließender Verkostung der Produkte. Die Stadtbrauerei Spalt ist insofern besonders, als sie der Stadt gehört (der Bürgermeister ist qua Amt der Brauereichef), sodass die Gewinne dem Stadtsäckel zufließen.
Bis zur letzten Minute war unklar, ob unser Abschlusspicknick in Enderndorf am Ufer des Brombachsees würde stattfinden können: Im 5 km
entfernten Spalt gab es Starkregen, aber für uns hatte der Wettergott ein Einsehen, sodass die TRs komplett im Trockenen auf der dafür vorgesehenen Wiese aufgestellt werden (und die Wiese auch ohne Schlamm schlacht wieder verlassen) konnten. Auch dieses Event hat Peter Dörfel fotografisch dokumentiert, mit Hilfe eine Drohne sogar von oben.
Von Wolfgang Then unter tatkräftiger Mithilfe von Lars Engeler aus der Gruppe Frankfurt frisch gegrillt wurden „Drei im Weckla“ (für Ausländer:
das sind drei kleine fränkische Bratwürste im Brötchen) und (unalkoholische) Getränke gereicht (Bild 10). Die meisten Teilnehmer starteten von daauf die Heimreise.
Für die „Spätabreiser“ wurde danach noch eine Tour über die mittelalterliche Stadt Abenberg und die „Goldschlägerstadt“ Schwabach zurücknach Nürnberg angeboten. Wir wissen nicht genau, ob die jemand in Anspruch genommen hat – das Wetter versprach erneut nichts
Gutes, blieb im Endeffekt aber dann doch trocken. Zum guten Schluss haben wir uns mit den Dagebliebenen noch in einem Restaurant in Nürnberg zum Abendessen getroffen – dieses Mal italienisch. Für uns als „Nürnberger“ hat die Vorbereitung und Durchführung des
diesjährigen Vier-/Fünfgruppentreffens einige Arbeit, vor allem aber auch viel Spaß gemacht. Wir hoffen sehr, dass es allen, die da waren,
gefallen hat.
Wir sehen uns im nächsten Jahr zum Fünfgruppentreffen 2026 unter der Regie der Münchener Kollegen und Kolleginnen in Zwiesel wieder!
Wolfgang Then, Wolfgang Laubel, Christian Weber, Peter Dörfel (Fotos)









